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Immobilien & Hausrat 28. März 2025 4 Min. Lesezeit

Elementarschäden: Warum Ihre Wohngebäudeversicherung beim Hochwasser schweigt

Starkregen, Überschwemmung, Erdrutsch – die Standardpolice deckt das nicht ab. Was Elementarschäden sind, warum sie so wichtig werden und was Sie jetzt prüfen sollten.

Was deckt die Standard-Wohngebäudeversicherung ab?

Die klassische Wohngebäudeversicherung ist der Basisschutz für Ihr Eigenheim. Sie deckt vier Gefahrengruppen ab: Feuer (inkl. Blitzschlag, Explosion), Leitungswasser(z. B. Rohrbruch), Sturm (ab Windstärke 8) und Hagel. Diese vier Gefahren sind in Deutschland seit Jahrzehnten standardisiert versichert.

Was viele Hausbesitzer nicht wissen: Alles darüber hinaus ist nicht automatisch abgedeckt. Überschwemmungen durch Starkregen, Hochwasser aus Flüssen, aufsteigendes Grundwasser, Rückstau aus der Kanalisation oder Erdrutsche – all das gehört zur Kategorie Elementarschäden und erfordert einen gesonderten Zusatzbaustein.

Was zählt als Elementarschaden?

Der Begriff „Elementarschaden" umfasst Naturereignisse, die über die versicherten Standardgefahren hinausgehen. Die wichtigsten im Überblick:

  • Überschwemmung durch Starkregen: Wasser läuft von Straßen oder Feldern ins Haus – nicht durch einen Fluss, sondern durch extreme Niederschläge
  • Rückstau: Die Kanalisation ist überlastet, Wasser drückt durch Bodenabläufe ins Untergeschoss
  • Hochwasser / Überflutung: Anstieg eines Gewässers, das das Grundstück flutet
  • Erdrutsch / Erdsenkung: Bodenbewegungen durch Nässe oder geologische Instabilität
  • Schneedruck: Das Dach bricht unter der Schneelast ein
  • Erdbeben / Vulkanausbruch / Tsunami: In Deutschland selten, aber regional relevant (z. B. Rheintal)

Warum der Elementarschutz immer wichtiger wird

Die Schadenstatistiken der letzten Jahre sprechen eine deutliche Sprache: Extreme Wetterereignisse nehmen zu. Das Ahrtal 2021, die Überschwemmungen im Münsterland 2014 und 2021 – was früher als Jahrhundertereignis galt, tritt in immer kürzeren Abständen auf.

Gleichzeitig ist die Elementarschadenversicherung in Deutschland noch immer freiwillig. Nur rund 50 % der Wohngebäude sind mit Elementarschutz versichert. Das bedeutet im Schadensfall oft finanzielle Totalverluste – oder Abhängigkeit von staatlichen Soforthilfen, die nicht garantiert sind.

Worauf Sie bei der Rückstau-Klausel achten müssen

Besonders wichtig: die Rückstau-Klausel. Viele Policen decken Überschwemmungen ab, schließen aber Rückstau explizit aus – oder machen die Leistung davon abhängig, dass eine Rückstauklappe ordnungsgemäß installiert und gewartet wurde. Fehlt die Klappe oder wurde sie nicht regelmäßig geprüft, verlieren Sie Ihren Anspruch. Prüfen Sie Ihre Bedingungen hier genau.

Klausel im Klartext:

Die Wohngebäudeversicherung ohne Elementarschutz-Zusatz ist wie ein Regenschirm mit Loch oben. Sie schützt vor dem meisten – aber genau das, was beim Klimawandel häufiger wird (Starkregen, Überschwemmung), ist nicht abgedeckt. Lassen Sie Ihren Vertrag prüfen – besonders wenn Sie in der Nähe von Gewässern oder in Hanglagen wohnen.

Uwe Koch – Versicherungsmakler avercon
Uwe Koch
Versicherungsmakler (IHK) · Inhaber avercon · Über 20 Jahre Branchenerfahrung im Münsterland

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